„Pößneck kommt zurück“

Pößneck ist eine ostthüringische Kleinstadt mit derzeit noch 13.000 Einwohnern, die vom demografischen Wandel und von Abwanderung so stark betroffen ist, dass das Einsetzen einer sich beschleunigenden Abwärtsspirale befürchtet werden muss.

Seit der Wende hat die Stadt etwa ein Drittel ihrer Einwohnerschaft verloren. Gleichzeitig stieg das Durchschnittsalter der verbleibenden Bevölkerung. In den letzten Jahren hat sich die Entwicklung verlangsamt, zum Stillstand gekommen ist sie jedoch nicht.

Insbesondere im Innenstadtbereich manifestiert sich das Problem durch hohe Leerstandsquoten über die Jahre und verfallener Bausubstanz. Das ruinöse Erscheinungsbild von Schrottimmobilien infiziert benachbarte Liegenschaften.
Die Unattraktivität des Stadtbildes wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Abwanderung der Bewohner.

Pößneck will die Entwicklung nicht sich selbst überlassen, sondern sie aktiv gestalten, negative Folgen minimieren und die Stadt zukunftsfähig machen. Mit gezielten Maßnahmen will man sich dem zunehmenden Wettbewerb der Kommunen um Einwohner stellen. Dazu wurde auf Anregung der Stiftung Schloss Ettersburg die Initiative „Pößneck kommt zurück“ entwickelt.

Erste praktische Maßnahmen der Stadt im Sinne dieser neuen Strategie sind:

  1. die Aufwertung innerstädtischer Brachflächen durch geeignete Zwischenlösungen, in der Regel pflegeleichte Begrünung
  2. Reihenhausbebauung auf zentralen Brachflächen und damit Wiederbelebung der Innenstadt
  3. Ausarbeitung einer Gestaltungssatzung und entsprechende Beratung der Interessenten 
  4. Katalogisierung zum Verkauf stehender Innenstadtimmobilien mit zielgerichteter Aufarbeitung der Informationen zum Objekt samt Nutzungsvorschlägen
  5. Flyer-Kampagne für Jenaer Studenten. Aufgrund der Wohnungsknappheit und den damit verbundenen hohen Mietkosten in Jena könnte sich Pößneck zu einer echten Alternative für viele Studenten entwickeln.

Plakat: Pößneck kommt zurück

Die eigens gestaltete Webseite www.poessneck-kommt-zurueck.de soll Interessenten auf emotionale Art und Weise an die Stadt heranführen. Pößneck wirbt nicht nur mit harten Fakten wie Arbeitsplätzen und günstigem Wohnen, sondern auch mit den weichen Faktoren wie Kultur, Freizeit, attraktiven Bildungsangeboten und Angeboten für Familien. Verschiedene Nutzergruppen erhalten individuell zugeschnittene Informationen.

Oftmals ist es für Interessenten mit Ansiedlungswunsch in einer fremden Stadt schwierig und zeitraubend, die richtigen Ansprechpartner für die aufkommenden Fragen im Zusammenhang mit Wohnungssuche, Bildungs- und Betreuungsangeboten, Ver-
sorgungsstrukturen und Freizeitangeboten zu finden. Pößneck hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, jedem Interessenten über eine zentrale Anlaufstelle den Kontakt und  Hilfestellung zu ermöglichen.

Die Initiative soll jedoch nicht nur Wirkung über die Stadtgrenzen hinaus erzielen, sondern auch den eigenen Bewohnern ein positives Gefühl ihrer Stadt gegenüber vermitteln. Pößneck soll als attraktiver und lohnender Lebensmittelpunkt ins Bewusstsein gerückt werden.

Am 11.8.2010 startete die Initiative offiziell mit der feierlichen Enthüllung des Banners an der Fassade der Euro-Schule durch Frau Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.